Schamanismen in der zeitgenössischen Kunst

Sechs ost-westliche Positionen 

Bis 28. Februar 2022

Die Ausstellung ist unterschiedlichen Positionen heutiger Künstlerinnen und Künstler gewidmet, die Impulsen schamanischen Denkens und Handelns in ihrem Schaffen nachgehen. Sie beleuchten die Aktualität des schamanischen Themenfeldes für den gegenwärtigen künstlerischen Diskurs, auch auf Gesellschaft und Ökologie bezogen. 

Eigens für die Ausstellung geschaffene Installationen sowie Plastiken, Arbeiten auf Papier und Filme von Melanie Bonajo (*1978), Marcus Coates (*1968), Anatol Donkan (*1955), Unen Enkh (*1958), Lili Fischer (*1947) und Igor Sacharow-Ross (*1947) werden gezeigt. Es sind u. a. Positionen von Künstlern mit kulturellen Wurzeln in Sibirien und der Mongolei, die an die spirituellen, künstlerischen und handwerklichen Traditionen und Ressourcen ihrer Ethnien – der Nanai bzw. der Mongolen – anknüpfen. 

Sie spannen einen Bogen von der – inzwischen historischen – Beschäftigung mit der Schamanenfigur durch Beuys bis in die Gegenwart und reflektieren gleichzeitig die aktuelle Relevanz des Beuys‘schen Ansatzes.

Künstlerbiografien

Melanie Bonajo

Melanie Bonajo (*1978) studierte Religionswissenschaften, Mystizismus und Westliche Esoterik an der Universität Amsterdam sowie Freie Kunst an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und der School of Visual Arts in New York. In beiden Städten lebt und arbeitet sie heute. 

Marcus Coates

Marcus Coates (*1968) studierte am Kent Institute of Art and Design und den Royal Academy Schools in London. Der Künstler und Ornithologe ist u. a. für Performances und Aktionen bekannt, bei denen er schamanische Rituale anwendet und in einer Art Trancezustand in die Unterwelt hinabsteigt, um dort mit Tiergeistern zu kommunizieren und sich mit ihnen zu beraten.

Anatol Donkan

Anatol Donkan (*1955) lebt und arbeitet im niederbayerischen Viechtach. Seine Kunst ist von seiner Zugehörigkeit zur sibirischen Ethnie der Nanai geprägt, die am Fluss Amur vom Fischfang lebt. Donkan arbeitete u. a. als Steuermann in der Hochseefischerei, bevor er 1992 an der Fernöstlichen Staatlichen Humanwissenschaftlichen Universität im russischen Chabarowsk mit einer Arbeit über die ‚Kultfiguren der Schamanen am Amur‘ ein Studium abschloss.

Unen Enkh

Unen Enkh (*1958) studierte von 1974 bis 1978 an der Kunsthochschule der Stadt Ulaanbaatar in der Mongolei. Im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen sozialistischen Ländern setzte er 1981 sein Studium mit dem Schwerpunkt Druckgrafik an der Hochschule für angewandte und bildende Kunst in Prag und der Hochschule für bildende Kunst in Budapest fort. Seit 1988 lebt und arbeitet Unen Enkh in Freiburg im Breisgau. Bereits Mitte der 1980er Jahre erweiterte Enkh sein künstlerisches Spektrum. Heute ist er vor allem für seine skulpturalen und installativen Arbeiten mit Filz, Rosshaar und Holz bekannt.

Lili Fischer

Lili Fischer (*1947) studierte ab 1966 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg sowie zeitgleich an der Universität Hamburg Kunstgeschichte, Pädagogik und Ethnologie. 1978 promovierte sie mit einer Arbeit über ‚Kreative Animation‘. Parallel dazu übernahm sie das naturwissenschaftliche Konzept der Feldforschung in ihre Kunst. Ihre Arbeit umfasst Zeichnungen, Fotografie, Drehbücher, Installationen, Objektkunst und Performance.

Igor Sacharow-Ross

Igor Sacharow-Ross (*1947), der heute in Köln lebt und arbeitet, wuchs in der ostsibirischen Stadt Chabarowsk auf. Dort kam er mit der Welt der Schamanen in Berührung. Nach dem Kunststudium zog Sacharow-Ross nach St. Petersburg (Leningrad). Wegen seiner Zugehörigkeit zur nonkonformistischen Kunstszene wurde er jedoch 1978 ausgebürgert. Für den Künstler stellen seine Ausbürgerung aus der UdSSR und die Umsiedlung nach Westdeutschland ‚rites de passage‘, Übergangsriten, dar.

Ausstellungskatalog

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, reich bebilderter Katalog, dessen Texte und Abbildungen den interdisziplinären Ansatz der Ausstellung mit den Themenschwerpunkten Joseph Beuys, indigener Schamanismus und zeitgenössische Künstler widerspiegeln.

Die Texte wurden verfasst von Eugen Blume, Ulrike Bohnet, U We Claus, Gérard A. Goodrow, Dieter Koepplin, Sarah Lampe, Doris Leutgeb, Michael Oppitz, Christian Rätsch, Amélie Schenk, Kocku von Stuckrad, Barbara Strieder, Jonathan Willing und Wolfgang Zumdick. Preis im Museumsshop: 34,50 €

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