Female View – Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter

24.9.2022–15.1.2023

Modefotografie wurde über Jahrzehnte von Frauen geprägt. Die meisten von ihnen haben für einflussreiche Magazine wie Harpers Bazaar und Vogue gearbeitet und so den Stil ihrer Zeit sowie andere Künstler:innen geprägt. Eine Vielzahl von Ausstellungen zur Modefotografie bildete bislang vor allem den männlichen Blick auf den weiblichen Körper ab. Dabei sind Betrachter:innen dieser Bilder meist weiblich. Diese Problematik verknüpft sich mit dem weiter gefassten Bereich des Mode-Business, das zwar zu großen Teilen auf weibliche Zielgruppen ausgerichtet ist, dessen Vorstandsgremien jedoch vielfach von männlichen Führungspersönlichkeiten besetzt sind. In diesem Kontext lässt sich ebenfalls der gesellschaftliche und politische Wandel nachzeichnen, der sich anhand der weiblichen und männlichen Körperbilder und Mode der verschiedenen Dekaden vollzieht.

Die gegenwärtige Modebild-Produktion ist vielfältiger, als sie es noch im 20. Jahrhundert war. Der Blick richtet sich nicht mehr ausschließlich auf vermeintliche Idealbilder von Schönheit. Die Begriffe Schönheit, Geschlechterzuordnung, kulturelle Teilhabe und Identität werden zur Disposition gestellt. Diese Tendenz hat den Mainstream bereits erreicht und spiegelt sich in Werbung sowie TV-Formaten wieder. Um die Bandbreite der heutigen Produktion aufzuzeigen, sind Fotografinnen mit queeren und feministischen Schwerpunkten in ihren Arbeiten ebenso Teil der Künstlerinnenauswahl wie BIPOC (Black, Indigenous und People of Color). 

In der Ausstellung wird der Wandel des fotografischen Bildes und seine mediale Verbreitung dargestellt und im jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontext verortet: von der Modezeitschrift über den Ausstellungsraum und das Coffee Table Book hin zur Videoinszenierung und vor allem zur digitalen Selbstinszenierung in den sozialen Medien. Die Entwicklung ab den 1930er Jahren wird exemplarisch anhand ausgewählter Positionen dargestellt.