Fr 10.09.2010, 20:00 Uhr
wort laut: Thomas Hettche liest aus „Die Liebe der Väter”

Die Veranstaltung muss wegen einer Erkrankung des Autors leider abgesagt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Der neue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen dreizehnjährige Annika. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Die Spaziergänge am Strand, die alte Kirche von Keitum, der Leuchtturm rufen Erinnerungen in ihm wach. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Er begegnet Susanne wieder, einer Freundin aus der Schulzeit, mittlerweile verheiratet und Mutter zweier Kinder. Und er muss erleben, dass er auf die Väter der scheinbar heilen Familien, die diese Ferien zusammen verbringen, wie ein Menetekel wirkt.
Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. „Die Wilde Jagd” tobt um das Ferienhaus auf der Düne, ein Wintersturm. Und in der Silvesternacht, zusammen mit Freunden im „Sansibar”, steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel. Atemlos folgt man seiner Stimme, die erzählt, was ihm geschieht – gegenwärtig, distanzlos, unmittelbar.

Dieser Roman über die Schwierigkeit heute Vater zu sein, ist Thomas Hettches persönlichstes Buch. Meisterhaft gelingt es ihm, die Atmosphäre des winterlichen Sylt mit einem Familiendrama zu verbinden, in dem es um die eigene Vergangenheit geht, die persönliche Integrität und eine gemeinsame Zukunft.

Thomas Hettche, geboren 1964 in Treis, studierte in Frankfurt Philosophie und Germanistik. Nach Stipendienaufenthalten u.a. in Krakau, Venedig, Stuttgart, Rom und Los Angeles lebt er mit seiner Familie in Berlin.

Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln

Die Lesung findet im Zwirnersaal statt.

Eintritt: 11 €, ermäßigt 8 €

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Fr 01.10.2010, 20:00 Uhr
wort laut: Prof. Hartmut Köhler liest aus „Die Göttliche Komödie”



In seinem Hauptwerk, dem bedeutendsten Werk der italienischen Literatur überhaupt, tritt Dante eine Jenseitsreise an. Sie führt ihn durch die Hölle – wo Vergil sein Führer ist – über den Läuterungsberg ins Paradies. „Eccovi l'uom ch'è stato all'Inferno” sollen die Mütter in Verona zu ihren Kindern gesagt haben, wenn der Dichter ihnen auf der Straße begegnete: „Das ist der Mann, der in der Hölle war.”
Nicht nur in den Menschen um 1315 muss diese Vorstellung ein Schaudern hervorgerufen haben. Wer heute Dantes Commedia (den Beinamen La Divina Commedia erhielt sie erst von Boccaccio, sozusagen dem ersten Dante-Philologen) liest, wer sie in der Übersetzung Hartmut Köhlers liest, erfährt den ganzen Schrecken der Qualen, die die Sünder in der Hölle erleiden, erfährt das Entsetzen, das den Dichter bei ihrem Anblick packt. Köhlers neue Übersetzung zeichnet sich dadurch aus, dass ihr neben dem italienischen Text – so wird ein direkter Vergleich mit dem Original ermöglicht – ein ausführlicher Kommentar beigegeben ist, der dem Leser die Orientierung und das Verständnis erleichtert und u. a. Fragen der Übersetzung erörtert und wesentliche Themen der Deutung und Erforschung der Commedia anzeigt.
Foto und Text: Verlag Reclam Bibliothek

Hartmut Köhler, Professor i.R. für Romanische Literaturwissenschaften an der Universität Trier, trägt aus „Hölle”, dem von ihm neu in Prosa übersetzten und kommentierten ersten Band von Dantes „Göttlicher Komödie” vor.

Die Lesung findet im Café statt.

Eintritt: 11 €, ermäßigt 8 €

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Buchhandlung Hintzen, Kleve
CD-Line, Kleve

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Am Schloss 4
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