Winterbuchtipp:
Frauen, die lesen, sind gefährlich
Lesende Frauen in Malerei und Fotografie
herg. von Stefan Bollmann, mit einem Vorwort von
Elke Heidenreich
Elisabeth Sandmann Verlag, München 2005
ISBN 3-938045-06-X
Preis: 19,95 Euro
Das Bild der Frau in der Kunst, ist das Bild des Mannes von der Frau in der
Kunst. Meist begegnen uns dort Frauen, die halbnackt oder ganz nackt im
Atelier stehen. In ihrer Funktion auf Körper oder Figur reduziert. Ein
weiteres Lieblingsmotiv der Maler war die Madonna mit dem Kind. Es
verwundert einen fast schon, dass es durch die Epochen der Malerei hin-
durch auch Frauen gegeben hat, die zu intellektuellen Dingen wie Lesen
fähig waren. In dem Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ sind sie
jedenfalls festgehalten. Elke Heidenreich führt in ihrem Vorwort gewohnt
missionarisch ins Thema ‚Frauen und Lesen’ ein, Stefan Bollmann gibt in
seinem Text eine kurze Übersicht über die Geschichte des Lesens.
Chronologisch vom Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts werden
Bilder lesender Frauen gezeigt und kurz kommentiert. Es werden nicht nur
Bücher, sondern auch Briefe und Zeitschriften gelesen. Versunken, konzen-
triert, kurzsichtig, entspannt, beim Schein der Lampe, im Frühlingsgarten,
allein oder mit den Kindern wird gelesen. Sie sind alt oder jung, Königinnen
oder unbekannte Frauen.
Warum sind Frauen, die lesen gefährlich? Keine Judith- oder Medea-
Darstellungen sind dort zu finden. Das Gefährliche vollzieht sich leise und
unsichtbar in den Köpfen. Es entführt die Frauen aus der Alltagswelt, lässt
sie Arbeit, Kinder, Ehemann oder wahlweise Geliebten vergessen, und für
kurze Zeit allein in ihrer Welt leben.
Ein wunderschönes Buch über zwei Leidenschaften.
Das Buch ist in der Stadtbücherei Kleve ausleihbar.
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